Die Nachbearbeitung der Bilder am PC gehört für mich einfach dazu. Allerdings ist das eine Frage des eigenen Anspruchs und dem Willen dafür viel Zeit zu "opfern".
Ich versuche immer das Optimum aus meinen Fotos zu holen, daher bleibt mir eigentlich keine Alternative. Ich arbeite schon viele Jahre mit Photoshop und konnte mir auf Do-it-yourself-Basis einiges an knowhow aneignen. Mir bereitet es einfach nur Spaß, wenn man ein Bild fertiggestellt hat und sich den Vorher-Nachher Vergleich anschaut. Dann weiß man das sich die Arbeit gelohnt hat.
Es gibt einfach keine Kamera, welche die Schwächen vom Motiv erkennt und diese selber repariert. Da ist die Handarbeit einfach unerlässlich. Was zur Folge hat das ich nur im RAW-Modus fotografiere. RAW heißt Rohdatenformat, alle Daten werden nach dem Digitalisieren weitgehend ohne Bearbeitung auf die Speicherkarte geschrieben. Bei einem JPG direkt aus der Kamera, werden die Bilder gemäß den internen Einstellungen der Kamera direkt ins JPG-Format konvertiert und können sofort am PC betrachtet werden. Hier gehen allerding fürchterlich viele Farbinformationen verloren und ich kann nur noch bedingt Einfluss auf das Bild nehmen. Zum Vergleich: Ein Farbkanal (von drei) hat im JPG-Format lediglich 256 Farbabstufungen. Im Rohdatenformat hat der selbe Kanal 4096 Farbabstufungen bei 12bit. Ich glaube hier lässt sich schon vermuten wie viel Potenzial ich verschenken würde, wenn ich mich mit den JPG´s aus der Kamera zufrieden geben würde. Nur so viel zur Erklärung, sonst wird das zu technisch hier.
Portraits schreien förmlich nach einer Nachbearbeitung. Nicht weil die abgebildete Person nicht schön genug ist - nein - einfach weil ein gutes Foto jede Hautunreinheit (nicht negativ gemeint) hemmungslos wiedergibt. Hier vorzubeugen mit übermäßigem Schminken lässt die Hautporen auf dem Foto verschwinden und würde zudem unnatürlich wirken. Die Bildbearbeitung gibt hier mehr her als jede Schminkdose.
Hautfalten sollte man nicht ganz retuschieren, das würde dann unrealistisch aussehen, aber ein aufhellen der Tiefen lässt die Falte nicht so "böse" aussehen. Sie ist da, wirkt aber nicht mehr störend. Genau darin sehe ich den Sinn und mein Ziel der Nachbearbeitung. Beim Portrait soll der Betrachter sagen können: "Ui, da bist du aber super getroffen." Wenn allerdings Kommentare kommen wie : "Warst du beim Chirurgen?"
...dann hat man übers Ziel hinaus bearbeitet.
Anschauungsmaterial mit kurzen Erklärungen können unter "
Beispielbilder" angesehen werden.